Autor Thema: Neues von Bittner  (Gelesen 4008 mal)

Alimar93

  • Supporter
  • Sr. Mitglied
  • *
  • Beiträge: 395
    • Profil anzeigen
    • http://
Neues von Bittner
« am: 20. Oktober 2014, 12:58:36 »
Hier mal wieder etwas über den Bittner, aus hr-online:
...
zum Glück sind wir da gut dran vorbei gekommen!

"Jede Menge offene Rechnungen"
Der seltsame Fall des Ulrich Bittner

Er war gekommen, um den deutschen Boxsport zu revolutionieren. Am Ende des Engagements ist Bundesliga-Boxen in Hanau Geschichte, die Zukunft des Weltliga-Teams fraglich und Funktionär Ulrich Bittner untergetaucht.
 
Tatort Hanau: Im März dieses Jahres sorgte Ulrich Bittner für einen handfesten Eklat. Der Box-Funktionär sperrte beim Viertelfinale in der Box-Weltliga zwischen Deutschland und Kasachstan kurzerhand die Zuschauer aus. Aus Ärger über den Weltverband AIBA ließ er hunderte Fans vor verschlossenen Türen stehen, die Kämpfe mussten vor leeren Rängen stattfinden. Ein knappes halbes Jahr später ist Bittner von der Bildfläche verschwunden. "Momentan wissen wir nicht, wo er sich aufhält. Seit zwei Monaten reagiert er weder auf Anrufe noch auf Mails", sagte DBV-Sportdirektor Michael Müller dem hr-sport: "Er ist untergetaucht."

Doch was ist in der Zwischenzeit passiert? Klar ist, dass Bittner sowohl den Boxring Hanau als auch das WSB-Team an die Wand gefahren hat. Der Boxring, den der selbsternannte "sportverrückte Visionär" 2009 aus dem Boden stampfte und innerhalb von zwei Jahren in die Bundesliga führte, ist inzwischen Geschichte. "Der Verein ist von uns für die Saison 2014/15 gesperrt worden. Es gab gleich mehrere Regelverstöße, unter anderem wurden Kampftermine nicht eingehalten", so Müller: "Zudem sind zahlreiche Versprechen gebrochen worden, dabei geht es vor allem um finanzielle Dinge. Sprich: Gehälter wurden nicht gezahlt, es gibt viele offene Rechnungen."
 
"Eine bodenlose Schweinerei"
Insgesamt soll Bittner Schulden in Höhe von 600.000 Euro angehäuft haben. "Dieser Mann hat den Sport ausgenutzt, um seine persönlichen Interessen zu verfolgen", sagte Jürgen Kyas, der Präsident des Deutschen Boxverbandes (DBV) der "Offenbach Post": "Alles das, was er versprochen hat, hat er zu nicht einmal 15 Prozent eingehalten. Das war eine bodenlose Schweinerei."

Zusätzlich zu Hanau war Bittner auch verantwortlich für die deutsche WSB-Mannschaft. Doch auch hier hinterließ er trotz hoher Ambitionen und markiger Worte nur Chaos, die Lizenz, die er für 300.000 Euro im Jahr erwarb, wurde ihm inzwischen wieder entzogen. Die beiden großen Namen René Weller und Graciano Rocchigiani, die Bittner medienwirksam verpflichtete und mit Arbeitstiteln wie Team- und Sportkoordinator ausstattete, blieben die einzigen Momente mit Glitzereffekt. Spektakuläre Vermarktungsideen mit Kämpfen auf Mallorca, dem Clubschiff AIDA oder einer ehemaligen Air Base waren letztlich nicht mehr als kühne Visionen. Die Realität sah oft sehr ernüchternd aus, Kämpfe fanden regelmäßig im Limes-Forum Großkrotzenburg statt.
 
Die Show ist vorbei
Mittlerweile gibt es in Hanau gar kein Bundesliga-Boxen mehr. Das WSB-Team hofft zumindest noch auf neue Sponsoren, um auch in der kommenden Saison an den Start gehen zu können. "All das, was wir uns mühevoll erarbeitet haben, um das deutsche Boxen zu stabilisieren, ist alles kaputt gemacht worden", so Kyan.

Die Verantwortlichen des DBV sind inzwischen froh darüber, dass Bittner das Weite gesucht hat: "Das war eine sehr anstrengende Zeit", sagte Müller, der glücklich darüber ist, dass es zumindest für den Verband keine weitreichenden Folgen geben wird: "Wir sind Gott sei Dank keine vertraglichen Verbindungen eingegangen." Die inszenierten Ulrich-Bittner-Festspiele haben ein Ende gefunden – und das endgültig. "Ich glaube nicht, dass er im deutschen Boxsport noch einmal Fuß fassen wird", so Müller. Die Spurensuche nach Bittner geht hingegen weiter.

DJ Vollkasko

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 13
    • Profil anzeigen
    • DJ Vollkasko: Sendelöcher mit Geschmack!
Re:Neues von Bittner
« Antwort #1 am: 06. Februar 2015, 23:09:59 »
http://www.fr-online.de/hanau-und-main-kinzig/erlensee-box-bittner-fuehlt-sich-verleumdet,1472866,29741714.html

Box-Bittner fühlt sich verleumdet
 Von Jochen Dietz
Ulrich Bittner vor seinem fast entmieteten Mehrfamilienhaus in Erlensee, Baujahr 1973.

In Erlensee tobt ein verworrener Konflikt zwischen Unternehmer, Mietern und Gläubigern. Der Hanauer Unternehmer Ulrich Bittner (57), der bereits eine Postfiliale zumauern ließ, fühlt sich verleumdet.

Er werde die Wohnungen weder sanieren noch vermieten. Nicht, solange alles geklärt ist. Der Hanauer Box-, Bau- und Immobilienunternehmer Ulrich Bittner (57) fühlt sich angegriffen und verleumdet – und gibt sich kämpferisch. Seit Monaten gibt es Ärger mit seinen Mietern in der Rückinger Straße 9-11 in Erlensee. Auch in einem Bittner-Objekt in Großkrotzenburg gab es Konflikte. Stoff für eine verworrene und verschachtelte Auseinandersetzung, die längst auch die Staatsanwaltschaft in Hanau beschäftigt.

In dem Mehrfamilienhaus gegenüber dem Rathaus in Erlensee hatte der Versorger die Warmwasserversorgung abgestellt, woraufhin die Mieter auf die Barrikaden gingen. Die Postfiliale im Erdgeschoss ließ Bittner vorübergehend gar zumauern, weil die Post, wie er sagt, wegen kalter Heizungen nur die Hälfte der Miete gezahlt, Heizungsrohre angesägt und einen eigenen Warmkreislauf gebastelt habe.

17 von 30 Wohnungen inzwischen leer

Inzwischen stehen 17 der 30 Wohnungen in einem der drei Gebäudeteile in Erlensee leer. Bittner zeigt vor Ort, in welchem Zustand sie von den Mietern hinterlassen worden seien. Die Schäden an Wänden, Fenstern, in den Küchen schätzt er auf bis zu 70 000 Euro. Er habe gegen sieben seiner Mieter Anzeige erstattet. Wegen Betrugs und Mietprellerei. „Das waren Mietnomaden in großem Stil“, erklärt er wortreich und führt durch die Räume – die aber wohlig beheizt sind. Seine Mieter hätten ihren vom Sozialamt erstatteten Mietzins schlicht nicht weitergegeben, sagt er. Soweit Bittner.

Der Hanauer Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze sieht die Situation hingegen völlig anders: „Bei mir stapeln sich die Strafanzeigen gegen ihn“, erklärt er. „Und es kommen ständig neue hinzu.“ Betrug, Untreue, Beleidigung Insolvenzverschleppung, Bedrohung und Belästigung werden Bittner vorgeworfen. Alles werde gesammelt und nun Schritt für Schritt aufgearbeitet.

„Es ist wegen der ganzen Verschachtelungen eine Riesenarbeit. Die Ermittlungen sind veranlasst, gestalten sich allerdings zeitaufwendig“, sagt Heinze. Bittner habe obendrein nicht nur seine Mieter, sondern auch die Box-Szene gegen sich aufgebracht. Auch hier seien einige Verfahren anhängig.

Bittner wiederum will von Strafanzeigen nichts wissen, fühlt sich verleumdet und unschuldig verfolgt. „Ich habe noch keine einzige Strafanzeige gesehen.“ Und überhaupt: Er könne ja nachvollziehen, dass er als Box-Promoter in der Öffentlichkeit kein gutes Bild abgebe. Wer im Boxgeschäft unterwegs sei, habe nun mal bei vielen Menschen ein fragwürdiges Image.

In seinen Strafanzeigen an die Staatsanwaltschaft wittert er gar ein Komplott gegen sich, um ihn privat wie geschäftlich zu ruinieren. Dabei sieht er sich selbst als engagierten Wohltäter für die Stadt, die Region und den Boxsport.

„Wenn der den Mund aufmacht kommt nur dummes Zeug heraus“, sagt der Erlenseer Rechtsanwalt Gustav Ruth, der Bittners Mieter und Gläubiger vertritt und kein gutes Haar an ihm lässt. „Da sind so viele Prozesse, das glaubt man gar nicht.“ Hohe Außenstände hätten inzwischen die Versorgungsunternehmen, weil keine Nebenkosten mehr bezahlt worden seien, Eon drohe bereits, bald auch den Strom abzustellen. Ruth hatte Insolvenzantrag gegen Bittner gestellt, doch der Gerichtsvollzieher habe unverrichteter Ding wieder abziehen müssen, nachdem er in Bittners Bruchköbeler Büro nichts Pfändbares habe finden können.

Das weist Bittner wiederum zurück. Für seine GBR Rendinvest könne es gar keine Insolvenz geben, von Insolvenzverschleppung keine Rede sein. Und seit dem Tod seines Vaters im vergangenen Jahr gebe es die Rendinvest nicht mehr. „Alles Unsinn“, sagt Ruth, „es gibt noch eine Gesellschaft als Alleininhaberin in der Schweiz mit 40-Millionen-Vermögen.“

Oberstaatsanwalt Heinze sagt noch: „Immerhin hat ihn sein Treffen mit der Frankfurter Rundschau vor einem internationalen Haftbefehl bewahrt. Wir dachten nämlich, Bittner habe sich längst ins Ausland abgesetzt.“ Das dürfte den Arbeitsumfang für den Hanauer Staatsanwalt aber kaum schmälern.